Bekannte afrikanische TV-Sender
Gerade in den letzten Jahren hat auf dem Gebiet der Medienpolitik in Afrika eine sehr schnelle Entwicklung stattgefunden. Zwar herrscht bei Weitem noch nicht in allen 53 afrikanischen Staaten Presse- und Meinungsfreiheit, trotzdem setzen sich demokratisch gewählte Regierungen mehr und mehr durch. Weil die Anzahl der Fernseher in den Privathaushalten ständig steigt, hat das zur Folge, dass die Zahl besonders privater afrikanischer Fernsehsender schnell anwächst. Zwar sind bedingt durch die relativ große geografische Nähe Fernsehsender aus Marokko wie 2M oder aus Tunesien wie TV7 Tunis auch per Satellit gut zu empfangen, aber obwohl diese Stationen geografisch in Afrika liegen, sind sie doch eher dem arabischen Raum zuzurechnen.
Die größte afrikanische Fernsehanstalt ist die südafrikanische SABC. Obwohl es im Land mehrere öffentlich-rechtliche Anstalten sowohl als auch Privatsender gibt, sind die Empfangsbereiche überwiegend auf das südliche Afrika beschränkt. Der wahre Pionier auf dem Gebiet ist Nigeria. Dabei gehen die Nigerianer sehr clever vor. Sie senden nämlich nicht aus Lagos oder Abuja, sondern aus London. Die Stationen richten sich nicht in erster Linie an die afrikanische Bevölkerung daheim, sondern an die Afrikaner (nicht nur Nigerianer), die in Großbritannien und Irland leben, sondern auch in Mittel- und Westeuropa. Da die meisten dieser Personen über einen Fernseher verfügen, können sie sich so über aktuelle Ereignisse daheim informieren. Die bekanntesten Stationen sind: NTA- ein nigerianischer Nachrichtensender ähnlich wie N24 oder n-tv. Einer der ersten Stationen überhaupt war AIT International und AIT Moviestar, beide nigerianische Sender. Sie zeigen viele nigerianische Filme (Lollywood movies), auch Casting Shows oder etwas Ähnliches wie “Big Brother” Die Stationen OBE und BEN haben sich mehr auf kulturelle Ereignisse, Nachrichten und Serien spezialisiert. Die Station SA Direkt, auch basiert in London, berichtet überwiegend über das südliche Afrika aber auch West- und Ostafrika werden nicht vernachlässigt.