Mobilfunk in Afrika

On 1. Dezember 2009 · 0 Comments

Üblicherweise wird der schwarze Kontinent mit Hunger, Armut, Kriegen und Katastrophen in Verbindung gebracht. Obwohl dieses Bild wenigstens teilweise der Wahrheit entspricht, trifft es gerade auf den Mobilfunkmarkt nicht zu. Ganz im Gegenteil, die afrikanischen Mobilfunkmärkte gehören zu den am schnellsten wachsenden der Welt. So hat sich zwischen 1999 und 2004 die Zahl der Handybenutzer von 7,5 Millionen auf etwa 82 Millionen mehr als verzehnfacht. Im Jahre 2009 wird mit mehr als 140 Millionen afrikanischen Handynutzern gerechnet. Das sind Wachstumsraten, von denen europäische Märkte nur träumen können.

Woran liegt das? Historisch gesehen war das Telefon-Festnetz in den meisten afrikanischen Ländern nicht gut ausgebaut und die existierenden Anschlüsse häufig gestört oder ausgefallen. So gibt es z. B. in Nigeria, dem bevölkerungsreichsten afrikanischen Staat mit etwa 130 Millionen Einwohnern bis heute nur knapp 500.000 Festnetzanschlüsse. Um diese Festnetze auszubauen und auf Weltstandard zu bringen, wären riesige Investitionen erforderlich.

Hier bietet der Mobilfunk eine kostengünstige Alternative, weil zum einen durch relativ kleine Investitionen große Flächen erreicht werden können, zum anderen sind gerade die einfacheren Handys preiswert und robust, gerade richtig für afrikanische Bedingungen. Allerdings schließen die meisten Afrikaner keinen Handyvertrag ab, sondern benutzen Prepaid-Karten. Mobilfunkanbieter wie Vodacom, MTN oder C-Cell bieten günstige Handyverträge in relativ entwickelten Ländern wie Südafrika, Botswana oder Namibia an, weil dort eine entsprechende Nachfrage nach solchen Produkten besteht.

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